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FIT in Deutsch
img_1542web1Deutschlernen in den Sommerferien - mit Spaß, Sport & Spiel!

In diesem Jahr startete zum ersten Mal das FerienIntensivTraining „FIT in Deutsch“, ein Deutschlern-Projekt des Schulministeriums NRW. Es soll neu zugewanderten Schülerinnen und Schülern die Integration im schulischen und außerschulischen Alltag erleichtern. Auch die Wilhelm-Busch-Hauptschule in Wesseling nahm in den Sommerferien an dem neuen Programm teil, das ab 2018 eine kontinuierliche Deutschförderung über die übliche Unterrichtszeit hinaus garantieren soll.
Unter dem Motto „Deutschlernen im Alltag“ haben zwei speziell geschulte Sprachlernbegleiterinnen 22 Jugendliche im Alter zwischen 11 und 16 Jahren aus 9 sehr gemischten Herkunftsländern mit der deutschen Sprache vertraut gemacht. Einige von ihnen sind erst wenige Wochen in Deutschland; dementsprechend groß waren natürlich die individuellen Sprachbarrieren.

img_1098web2Nach einem ausgiebigen Frühstück mit verbaler und nonverbaler (sprich: „mit Händen und Füßen“) Kommunikation ging es gestärkt in den Tag: Jeden Tag ein neues Thema rund um den Alltag in Deutschland - jeden Tag ein bisschen mehr Deutsch! Wir haben zusammen eingekauft, gekocht und gegessen, neue Lernspiele im Klassenzimmer kennengelernt, Lernfilme am Computer geschaut, Fußball und Basketball gespielt, nach dem Weg gefragt, mit Fragebögen bewaffnet die Stadtbibliothek aufgesucht, sind am Rheinufer spazieren gegangen und haben dort gepicknickt - und auch Ausflüge nach Köln unternommen. img_1522web8Der Wettergott war uns gnädig und so wurde jeder Tag mit einem kleinen Eis im Hörnchen abgerundet, das sich jeder an der Eistheke selbständig und ohne Hilfe der Lehrkräfte bestellen musste, um seine Sprachängste abzubauen. Im Rautenstrauch-Joest-Museum (RJM) bestaunten wir den riesigen indonesischen Reisspeicher im Foyer und betrachteten die bunte Vielfalt der Kulturen der Welt.img_1130web5 Einige Jugendliche erkannten in der Ausstellung sogar Gegenstände aus ihrer Heimat wieder: „Genauso eine Teekanne hat auch mein Großvater!“, rief ein Junge aus dem Iran überrascht. Natürlich durfte auch eine Rallye im Kölner Zoo nicht fehlen. Für viele der Gruppenmitglieder war es der erste Besuch in einem Zoo; sie hatten noch nie Giraffen, Elefanten oder gar Pinguine in natura gesehen. Besonders gut gefielen den Schülerinnen und Schülern die putzigen Erdmännchen und der Felsen mit den Pavianen. Schade nur, dass die Zeit so schnell verging und wir - nachdem noch eine kurze Stippvisite im Zoo-Aquarium eingeschoben worden war - wieder nach Wesseling zurück-kehren mussten.

img_1464web4Der Besuch in einem China-Restaurant bildete unser Abschluss-Highlight. Nachdem zuvor die fremdartigen Speisen und einige Verhaltensregeln besprochen worden waren, saßen alle am letzten Tag chic angezogen und gestylt an einem langen Tisch und durften sich vom Mittagsbuffet bedienen. Die meisten der Jugendlichen waren noch nie zuvor in einem „richtigen“ Restaurant gewesen und auch deshalb war dies für sie ein ganz besonderes Erlebnis.img_1116web3

Begleitet hat uns an allen Tagen ein Lerntagebuch, in dem der neue Wortschatz und das Erlebte festgehalten wurden, um auch später noch von dem Gelernten profitieren zu können. Die Jugendlichen haben nicht nur ganze Seiten auf Deutsch geschrieben, sondern auch „ihr“ ganz persönliches Tagebuch individuell mit Fotos von den Ausflügen, Zeichnungen und Skizzen verziert und so zu kleinen Schmuckstücken gemacht; als Dokumentation ihrer persönlichen Lernfortschritte und als schöne Erinnerung an die gemeinsam verbrachte Zeit. fremdartige-kulturen-zeich

„Wie hat‘s euch gefallen?“, kam die routinemäßige Feedback-Frage der Sprachlernbegleiterinnen am letzten Tag. Alle Daumen schnellten in die Höhe. „Alles war spitze“, war die übereinstimmende Meinung. Klassenziel erreicht.

Kerstin Saure
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